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Freitag, 27. Juli 2007

Der Tanz der Traktoren

Der Anblick ist spektakulär: Wenn die acht Oldtimer-Traktoren der Delaware County Tractor Square Dancers irgendwo in Ohio auf ein Feld bei einem Volksfest oder einer Oldtimer-Ausstellung tuckern, gibt's immer viele Ahs und Ohs im Publikum. Vier Frauen und vier Männer auf 50er Jahre Farmalls und John Deeres, die Traktoren geschlechtergerecht dekoriert mit Hosen und Röcken. Dann setzt die Musik ein: Stampfende Rhythmen amerikanischer Volksmusik. Die Traktoren setzten sich in Bewegung, und während der sogenannte "Caller" die Formationen vorgibt, zirkeln die Piloten ihre alten Schlepper im Formationstanz über's Feld. Hinterräder drehen sich im Milimeterabstand voneinander, sodass einem schon vom Zuschauen ganz schwindelig wird.

Angefangen hat alles 1993 als Ed Moore aus Delaware County im US-Bundesstaat Ohio hörte dass es anderswo doch tatsächlich Leute gibt, die mit ihren alten Schleppern tanzen. Da er selbst schon immer viel Spaß am amerikanischen Volkstanz, dem Squaredance, hatte stand schnell fest: Das probieren wir auch. Also trommelte Ed sieben Freunde aus der Umgebung und ihre Trecker zusammen.

Seitdem sind die Traktor-Tänzer äußerst gefragt. Bis zu drei 40minütige Auftritte pro Tag legen die 4 Frauen und 4 Männer auf ihren John Deeres und Farmalls hin. Und während vor dem ersten Auftritt der Schweiß von sechs Proben stand, üben die Square Dancers heute nach fast 15 Jahren kaum noch. Wenn sie einen neuen Tanz ausprobieren oder die Erinnerung an einen alten Tanz auffrischen möchten, gehen sie vor dem Auftritt nur gedanklich durch die nötigen Schritte. Dann steigen sie einfach auf die Trecker, legen den vierten Gang ein und legen los.


Link:

www.tractorsquaredance.com

Dienstag, 17. Juli 2007

Der letzte Neusser IHC - eine Huldigung per Video

Am 27. Juni 1997 lief in Neuss der letzte dort produzierte IHC-Schlepper vom Band - ein MAXXTRAC 5150 der heute im Landwirtschaftsmuseum Sinsteden zu finden ist. Zu seinen Ehren und zu Ehren aller IHC-Schlepper hat ein kreativer YouTube Nutzer ein Video ins Netz gestellt. Tolle Fotos von tollen Schleppern.



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Donnerstag, 12. Juli 2007

In 300 Tagen um die Welt - mit dem Traktor

19 Länder - 5 Kontinente - 24 Zeitzonen. Eine Fahrstrecke zwischen 15.000 und 30.000 km. 300 Tage Zeit. Das Gefährt: Ein Traktor. Die Unterkunft: Ein Wohncontainer mit dem Spitznamen "Wellnessoase". Seit Januar ist der westfälische Landmaschinenmechaniker Matthias Lause mit einem Claas Ares 697 ATZ auf "Tractor World Tour" unterwegs. Im November will er - rechtzeitig zur Landtechnik-Messe Agritechnica - wieder zuhause sein. Hier stellen wir das Projekt vor und werden in Zukunft über den Fortschritt berichten.

Der Fahrer

Matthias Lause, 25 Jahre alt, wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Bad Driburg-Alhausen auf und absolvierte eine Lehre zum Landmaschinenmechaniker. Schon mit 16 Jahren hatte der technikbegeisterte Matthias Lause seinen Führerschein für Traktoren gemacht. Im Sommer 2004 sah er einen Fernsehbericht über eine Traktorreise von Deutschland nach Sizilien (wir haben über die Reise von Palermo-Hermann schon berichtet). Das brachte ihn auf die Idee, auf die gleiche Weise einmal um die ganze Welt zu fahren. Auf der Suche nach Sponsoren wandte er sich an CLAAS. Hier interessierte man sich für das außergewöhnliche Projekt und beschloss die Aktion mit einigen Lieferpartnern gemeinsam zu sponsern, falls die Weltumrundung mit einer Spendenaktion verbunden würde.

Der Traktor

Der Claas ARES 697 ATZ, 1,5 Jahre alt, höchster Komfort, „Tractor of the year 2006". Mit seinen 150 PS ist er ganz gut geeignet, den „Wohnanhänger" seines Fahrers durch die Welt zu ziehen. Außerdem verfügt er - sagt Claas - über den höchsten Komfort seiner Klasse, was auf so einer langen Reise ganz gelegen kommt.



Die Tour

Sie begann am 18. Januar 2007 bei CLAAS im ostwestfälischen Harsewinkel und führt über fünf Kontinente und durch 24 Zeitzonen. Matthias Lause wird mit seinem Traktor voraussichtlich 17 Länder bereisen: Deutschland, Italien, Marokko, Spanien, Frankreich, Belgien, USA, Kanada, Mexico, Australien, Singapur, Malaysia, Südafrika, Lesotho, Russland, Ukraine und Polen. Die Reise endet nach ca. 25.000 gefahrenen Kilometern in Hannover auf der Landtechnik-Messe Agritechnica.

Im Moment befindet sich der traktor auf dem Schiff von Europa nach Mexiko. Der Fahrer ist mit dem Flugzeug vorausgeflogen und schaut sich schonmal das Land an.

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Spendenaktion

Die Tractor-World-Tour arbeitet mit der internationalen Hilfsorganisation CARE zusammen. Die Spender verpflichten sich, einen frei zu bestimmenden Betrag (mindestens 1 Cent) pro gefahrenen Kilometer an CARE zu überweisen. Bis dato sind knapp 4000€ zusammengekommen. Mit den Spendengeldern hilft CARE Kindern und Jugendlichen in Lesotho, die ohne Eltern aufwachsen, die die Pflege ihrer an AIDS erkrankten Eltern übernehmen oder für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen müssen. Unter dem Motto „ein Garten fürs Leben" legt CARE Schulgärten mit diesen Kinder und Jugendlichen an, um ihre Ernährungssituation zu verbessern, ihnen das Wissen über den Anbau von Nahrungsmitteln und die Ernte zu vermitteln und um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Schule zu besuchen.

Mehr Infos:

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Sonntag, 8. Juli 2007

Eicher-Teile für Palästina: Abenteuerliche Hilfsaktion der Eicherfreunde Schwarzwald

Es gibt Regionen auf dieser Welt, da werden Oldtimer-Schlepper nicht nur für Schleppertreffen oder leichte Arbeiten herausgeholt – dort sind sie überlebenswichtig für ganze Familien und Dörfer. Zum Beispiel für Fathi uns seine Familie im Dörfchen Beit Omar in Palästina. Dort ist ein Eicher vom Typ 3712 von 1977 im täglichen Einsatz. Dramatischer Ölverlust (2 Liter pro Tag) und chronischer Mangel an Ersatzteilen bedrohten den Lebensunterhalt der Familie. Bis die Eicherfreunde Schwarzwald eine tolle Hilfsaktion starteten.

Das Dorf Beit Ommar ist ein reines Bauerndorf, berühmt für seinen Anbau von Früchten, Äpfeln, Birnen, Trauben. Es hat 16.000 Einwohner und liegt 20 km von Jerusalem und 12 km von Hebron entfernt im südlichen Westjordanland.

Fathi verlor wegen Finanzschwierigkeiten seine Arbeit bei einem Verein. Um seine Familie zu ernähren bleibt ihm nur noch seine bescheidene Landwirtschaft: 20 ar für Gurkenanbau, 30 ar für Obsttbäume, 35 für Tomaten und 40 für Trauben. Er hat 5 Söhne und 5 Töchter von denen 3 noch zuhause leben. Der Verkaufspreis für die Früchte ist seit dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2002 abgestürzt. Vor 5 Jahren verkaufte ein Erzeuger seine Pflaumen für umgerechnet einen knappen Euro pro Kilo, jetzt sind es nicht einmal 15 Cent.


Hilfe von den Eicherfreunden Schwarzwald

Fathis Eicher vom Typ 3712 A, Baujahr 1977, ist in schlechtem Zustand. Geld zur Wartung hat er kaum. Ersatzteile sind teuer und schwer zu bekommen. Bei einem Besuch beginnt Alain, ein Freund aus Frankreich, sich auf die Suche nach Ersatzteilen und Geld zu machen. Gar nicht so einfach. Zurück in Europa verkauft er selbstgebackenes Weihnachsgebäck auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt und restauriert alte Möbel um die Hilfsaktion zu finanzieren.

Als er sich nach einigen vergeblichen Versuchen im Internet auf die Suche nach Informationen zur Marke „Eicher“ macht, findet er den Verein „Eicherfeunde Schwarzwald“. Dort erklären sich Albert Pfaff und Norbert Fechtig spontan bereit zu helfen. In nur zwei Monaten sind alle Ersatzteile beisammen und können in Neustadt am Schluchsee abgeholt werden – uns das natürlich ob der guten Sache zum Freundschaftspreis. Weit über alle Erwartungen gibt es nun ein fast neues Oberteil des Motors, Zylinder, Zylinderköpfe, Dichtungen...

Das war jedoch nur der Anfang eines großen Abenteuers …

Denn am Flughafen Tel Aviv wird jeder einzelne Tourist einer unendlichen Befragung unterworfen. Wohin fahren Sie? Zu wem? Warum? Unmöglich zu gestehen, man wolle nach Palästina. Unmöglich also, sich dort mit 50 kg Motorersatzteilen für einen Schlepper zu präsentieren. Die Helfer beschließen also den versand per Luftfracht. Es findet sich sogar in letzter Minute ein Israeli der seine Adresse als Empfänger zur Verfügung stellt. Der kneift dann aber als es dann um die Verzollung geht. Alain hat nun keine andere Wahl, selbst nach Tel Aviv zu fahren um die Teile in Empfang zu nehmen. Er findet einen arabisch-israelischen Taxifahrer, der bereit ist, ihn für 450 Schekel (90€) von Jerusalem nach Tel Aviv zu fahren und dann vom Flughafen zum Dorf Beit Ommar. Es ist nur der Beginn eines total irrealen Abenteuers. Kafka hätte es nicht besser beschreiben können.

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Frachtbüros an Flughäfen sind niemals freundlich – auch nicht in Tel Aviv. Die Formalitäten beginnen mit einer Registrierung bei einer Gesellschaft, die sich um die Anlieferung kümmert.

„Das Paket ist eingetroffen. Macht 24€ (zusätzlich zu den 400 in Frankreich entrichteten Euro)"

„Füllen Sie dieses Formular aus, es kostet 18 €, wenn Sie das nicht auf Hebräisch können, fragen Sie im Büro gegenüber“.

„Ich kann es für Sie vervollständigen, aber das kostet Sie 30 €“ (aus denen, im Augenblick der Unterschrift 50 € werden)

„Folgen Sie mir ins Zollbüro....
"

Sind Sie sicher, dass es sich um Schlepper-, und nicht um Autoteile handelt?
Beweisen Sie mir das, die Zollgebühren sind nicht die Gleichen. Sie müssen 249€ Zollgebühren bezahlen."

"Nehmen Sie Platz, Ihr Paket wird geholt und in Ihrer Anwesenheit geöffnet...“
Nach zwei Stunden Wartezeit wird das Paket bei Anwesenheit von vier Zöllnern geöffnet. Jedes Teil, bis zur kleinsten Dichtung, wird ausgepackt und seine Anwendung muss bewiesen werden. Zum Glück haben die Eicher-Freunde Sorgfalt walten lassen und eine genaue Liste der Teile sowie ein Handbuch beigelegt. Nach 20 Minuten wird der Karton wieder verschlossen und der Verantwortliche schickt ein geheimnisvolles „Good Luck“ zu Alain hinüber.


Es dauert eine ganze Woche das Paket aus den Klauen des Flughafens zu befreien und ins Dorf zu verfrachten. Die Freude bei Fathi und der ganzen Familie ist riesengroß. Der Mechaniker wird noch am selben Tag eingeladen um die Teile in Augenschein zu nehmen. Aber vorerst packt er sie sorgfältig wieder ein. Er will sie erst gegen Ende der Erntezeit montieren. Niemand will es riskieren zur Hochsaison am Schlepper umzuschrauben.

Eicher-Hochburg im Westjordanland

Alain ist wieder einmal betroffen von der Passion für Eicher Schlepper. Ein alter Mann behauptet sogar, im Dorf gebe es mehr als im ganzen übrigen Westjordanland. Der erste Traktor war ein Zetor im Jahr 1967. Er gehörte dem Dorfoberhaupt. Eicher Traktoren sind beliebt wegen ihrer Robustheit, der leichten Handhabung und der schmalen Spur. Die Tatsache dass Ersatzteile schwer zu finden und extrem teuer sind zwingt die Besitzer bei aller Zufriedenheit aber oft zum Verkauf. Neue Marken wie SAME und FIAT gewinnen aus wirtschaftlichen Gründen die Oberhand.

Über die Eicherfreunde Schwarzwald:

Der Verein zählt knapp 650 Mitglieder in deren Besitz knapp 1500 Eicher Traktoren sind. 24 ehemalige und noch aktive Eicher Händler sind ebenfalls Mitglied (z.B. die Eicher Vertriebs GmbH). Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten steht die Unterstützung der Schlepperbesitzer bei der Restaurierung ihrer Eicher Schlepper. Dabei helfen ein reichhaltiges Archiv und die guten Händlerkontakte. Der Verein hat auch eine sehr gelungene Homepage im Internet:

Hier gibt's ganz nette Blechschilder von Eicher und anderen Marken:

NostalgicSigns - 1001 Blechschilder



Samstag, 7. Juli 2007

Neues aus Afrika: Malaria bremst Traktor-Abenteuer

Manon Ossevoort, die niederländische Traktor-Abenteurerin die sich mit ihrem 30 Jahre alten Deutz gerade auf dem Weg zum Südpol befindet (wir haben hier ausführlich berichtet), wird gerade von Malaria ausgebremst. Sowohl Manon als auch Hund Kosovo leiden an hohem Fieber und lassen es in einem Resort am Strand von Südkenia ruhig angehen.

Manon schreibt:

Meine Reise bekommt ihre ganz eigene Dynamik. Ich wusste immer, dass es lange dauern würde und ich habe im Zeitplan für Unvorhergesehenes Platz gelassen. Jetzt erkenne ich was das wirklich bedeutet ... Dieser Trip wird ganz neue Aspekte bekommen. Es ist nicht nur eine Hatz zur Ziellinie. Ich werde nicht nur den afrikanischen Straßen folgen, sondern dem Pfad zur afrikanischen Seele und ihren Geschichten.

Das braucht Zeit. Regel Nummer eins beim Eintauchen in das afrikanische Leben ist: Pole pole (Gemach, Gemach). Nummer zwei: Hakuna matata (keine Bange). Natürlich bange ich. Auch als Pilotin des langsamsten Traktors bin ich doch Europäerin. Immer auf Achse, immer schneller, auf Leistung getrimmt. Der Traktor und die Afrikaner lehren mich eine Lektion: 'Keine Bange. Du musst dich nicht beeilen wenn Du irgendwo hin willst. Du musst nur durchhalten.' (*seufz*)


Am Strand von Südkenia erholen sich Manon und Hund Kosovo von hohem Fieber.


Dienstag, 3. Juli 2007

Besuch auf dem Traktorfriedhof - Teil 1

Für das Magazin AgroClassic waren wir kürzlich in den USA zu Besuch auf einem Traktorfriedhof. Die daraus entstandene Reportage und Fotos gibt's in den nächsten Wochen in mehren Teilen an dieser Stelle. Hier also Teil 1.

Kein Zweifel: Keine Erfindung hat das Leben des Landwirts in den letzten hundert Jahren so erleichtert wie der Traktor. Schon die monströsen dampfgetriebenen Giganten der Anfangsjahre ermöglichten es dem, der es sich leisten konnte, mehr Feld bei weniger Arbeit zu bestellen. Und noch viel mehr: Schon bald gab es alle möglichen Erweiterungen, die den Traktor schon bald zu einem unverzichtbaren Helfer bei der Bewältigung unzähliger Aufgaben machten – im Geschäftsleben auch „Produktivitätszuwachs“ genannt. Soviel Effizienz zahlte sich natürlich aus. Die Bauern machten immer mehr Umsatz, den sie dann … nun … in noch mehr Landmaschinen stecken konnten. Dieses Karussell dreht sich (wenn man mal vom stets steigenden Umsatz absieht) auch über 100 Jahre später noch munter weiter: Wer es sich leisten kann, kauft immer neue, bessere, produktivere Maschinen.

Was aber passiert mit so einer Maschine, wenn sie ihren Zweck erfüllt hat und aufs Abstellgleis gestellt wurde? Wenn der Bauer irgendwann entscheidet: Das brauche ich nicht mehr. Vielleicht ist sie durch Abnutzung, Missbrauch oder Unfall unbrauchbar geworden. Vielleicht wird sie, obwohl noch funktionstüchtig, einfach nicht mehr benötigt. Drei Möglichkeiten: Schrottpresse, Scheune oder Sammlerherz.


Millionen Traktoren rosten vor sich hin

Nicht in Amerika, wo Platz keine Rolle spielt und Umweltschutz in den Kinderschuhen steckt! Dort stellt der Bauer seine alten Maschinen irgendwo auf einer abgelegenen Wiese oder am Holzlagerplatz ab. Die einst glänzende Farbe bleicht langsam aus und weicht dem Rost, der sich zunächst am Auspuff, später am ganzen Körper, ausbreitet. Millionen alter Landmaschinen rosten so stumm, stoisch und einsam vor sich hin.

Einsam? Nicht alle! Denn genauso wie es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten unvorstellbar große Schrottplätze für Autos gibt, findet man immer wider so genannte „Tractor Graveyards“. Auf Deutsch: Traktoren-Friedhöfe.

Vor allem im mittleren Westen, der Kornkammer der USA, gibt es einen ganzen Berufsstand, der nichts anderes tut als auf dem Lande alte Landmaschinen aufzuspüren. Sie nehmen an Hof-Verkäufen und Auktionen teil oder fahren einfach durch die Dorfstraßen auf der Suche nach nicht mehr benötigten Gerätschaften. Der Tag ist gerettet, wenn der Blick über eine Weide streift und am anderen Ende ein bewaldetes Grundstück auftaucht, auf dem der Farmer über Jahrzehnte seine alten Geräte aufbewahrt hat. Ist der Fund erstmal gemacht, beginnt die eigentliche Arbeit. Der Schatzsucher muss herausfinden, wem das Grundstück mit den begehrten Maschinen eigentlich gehört. Und dann ist da noch der Bauer, der überredet sein will, das Zeug auch herzugeben. Oft gar nicht so einfach. Und so ist der erste Ansatz dann auch meistens ein ästhetischer: „Menschenskind! Die Weise würde ohne den ganzen Müll darauf wahrscheinlich viel schöner aussehen...“

Ohne Motorsäge geht oft gar nichts

Das kann natürlich auch nach hinten losgehen. Die Tatsache, dass sich auf einmal jemand für das interessiert was der Farmer jahrelang als hässlichen Müll angesehen hat, könnte sentimentale Gefühle wecken – oder zumindest den Preis in die Höhe treiben. Die Amerikaner sind nicht umsonst als besonders geschäftstüchtig bekannt. Es kursieren glaubhafte Geschichten von gewitzten Käufern, die doch tatsächlich angeboten haben, die Bäume aus einem Waldstück „zum Holzmachen“ zu kaufen und „den ganzen Müll kostenlos wegzuschleppen“. Das wiederum ist gar nicht so einfach, denn erstens wurde das Waldstück bestimmt nicht wegen seiner einfachen Zu

fahrt als Schrottplatz gewählt, und zweitens haben sich im Laufe der Jahrzehnte die Bäume um und über den Maschinen ausgebreitet. Ohne Motorsäge geht da oft gar nichts.

Richard hat Landmaschinen aller Typen

Richard Erb ist so ein Traktor-Typ. Seit über 40 Jahren hat der knorrige Mann mit deutschen Vorfahren den Bauern in seiner Gegend ihre historischen Schätze abgequatscht. Auf seinem Grundstück finden sich hunderte alter Landmaschinen aller Typen, Größen und Zustände. Zwar wird man den neuesten John Deere Mähdrescher vergeblich suchen. Dafür gibt’s Schmuckstücke wie einen Case Traktor von 1947 oder einen FarmAll von 1939 und unzählige Pflüge, Ackerfräsen, Miststreuer und sogar noch etliche Maschinen für Pferdegespanne. Wenn’s dazu noch eine historische Mistgabel sein soll – auch kein Problem.

Richard Erb ist ein kleiner, freundlicher und ruhiger Mann, sein Gesicht ist gezeichnet mit den Lachfalten von über 80 Jahren, die man ihm angesichts seines Elans gar nicht so recht abnehmen mag. Ohne mit der Wimper zu zucken schwingt er sich noch heute – den Schraubenschlüssel in der Hand - auf dem Rücken unter einen Traktor, um ein komisches Geräusch zu untersuchen. Nur ein Zugeständnis macht er seinem Alter: “Als ich 70 wurde”, lacht er, “habe ich gemerkt dass es bequemer ist nah am Esstisch zu arbeiten.“

Seitdem werden die Neueinkäufe in den vorderen Bereich statt in den letzten Winkel seines 16-Hektar-Hofes geschleppt.

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Fortsetzung folgt ...
  • Mehr über den Besuch auf dem Traktorfriedhof von Richard Erb in den nächsten Tagen an dieser Stelle
  • Vielen Dank an Grant Groberg von www.planetchicken.com für die tollen Fotos und die Geschichte über Richard Erb.

Sonntag, 18. Februar 2007

Palermo-Hermann: Mit dem Traktor nach Sizilien

Nach 40 Jahren Prahlerei hat er es wirklich wahr gemacht - seinen Traum, einmal nach Sizilien zu fahren. Aber er tat es etwas anders als andere. Hermann Staiger, im Weinort Nierstein in Rhainland-Pfalz als “Palermo-Hermann” bekannt, nahm den Traktor - einen 22 Jahre alten Massey-Ferguson.

Videos von Palermo-Hermanns Reise kann man z.B. bei YouTube finden.

Stiftung Warentest

Mit 75 PS und einem Wohnwagen an der Hängerachse war er insgesamt zehn Wochen unterwegs. Durch Deutschland, quer über die Alpen und durch Italien führte ihn seine 5000 km lange Reise. Übrigens ohne ein Wort Italienisch zu sprechen.

Spätestens seitdem die Doku-Reihe “ARD exklusiv” die Geschichte und die Reise von Hermann Staiger im Fernsehprogramm zur besten Sendezeit ausstrahlte, ist er der wohl bekannteste Niersteiner.

Ob Rom oder Neapel, Messina oder Catania, überall wurde er von einem Fernsehteam begleitet, welches seine ungewöhnliche Fahrt dokumentierte.

Dass er soviel Aufsehen erregen würde, soviel Bewunderung erfahren,
damit hätte er nie gerechnet. Wo immer er ankam, kamen auch die Menschen zusammen -
nett, hilfsbereit und gastfreundlich.

Natürlich war auf der Reise auch Niersteiner Wein aus dem eigenen Weingut dabei, von dem am Ende übrigens fast nichts mehr übrig war...

Links:


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Donnerstag, 15. Februar 2007

Traktor-Abenteurerin: Mit dem Deutz durch Afrika zum Südpol

Manon Ossevoort ist eigentlich gar nicht die Art Person die man normalerweise mit alten Traktoren verbindet: Das Theater-Studium noch gar nicht so lange hinter sich, als Schauspielerin und Autorin eher den schönen Künsten als öligen Motoren zugewandt und von Technik und Traktoren nicht wirklich viel Ahnung. Doch der Eindruck täuscht: Die junge Niederländerin ist gerade mitten in Afrika unterwegs - mit einem grünen Deutz D6806, Baujahr 1976. Und das schon seit über eineinhalb Jahren.

"Schlepper weltweit" wird in Zukunft regelmäßig über Manons Fahrt berichten (per E--Mail erinnert werden).


Gestartet ist sie Mitte Juni 2005 in den Niederlanden. Über Frankreich ging's Richtung Balkan. Dann mit der Fähre Richtung Ägypten und über den Sudan und Äthiopien Richtung Süden. Nach einem längeren Zwischenstop in Nairobi (Kenia) wo der Traktor nochmal gründlich durchgecheckt wurde ist sie jetzt wieder unterwegs. Immer im Gepäck: Der Hund namens Kos und ein Theaterstück. Denn die Idee zu dieser Reise kam der jungen Autorin beim Schreiben:


Als Theatermacherin hatte ich die Idee für die Reise eines kleinen Mädchens auf einem Traktor. Eine Reise zum Ende der Welt und zurück. Aber wo ist das Ende der Welt? Wäre ich ein Kind würde ich sagen: Der Südpol. Als Erwachsene sage ich: Das schrecklichste kriegsgeschüttelte Land das ich mir vorstellen kann. Beide Stimmen - das Kind und die Erwachsene - sagten: Wir wollen gehen. Da dachte ich mir: In Ordnung, dann machen wir das einfach.



Mit dem Deutz bei den Pyramiden. Der Traktor wurde auf Kosten von Same Deutz-Fahr vor Beginn der Reise generalüberholt.


Überall auf ihrer Reise gibt Manon Vorstellungen - teils vor tausenden Zuschauern - und sammelt Spenden für eine handvoll Hilfsprojekte die sie mit ihrem Projekt unterstützt.

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Noch ein paar Monate, dann ist das Kap der guten Hoffnung erreicht. Dann muss Hund Kos zurückbleiben. Traktor und Fahrerin gehen dann an Bord eines Eisbrechers Richtung Südpol.

Der Traktor selbst hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In einer E-Mail aus Afrika an "Schlepper weltweit" schreibt Manon:

Den Traktor habe ich ursprünglich von einem Landmaschinenhändler in meinem Heimatdorf gesponsert bekommen. Das war für meine kleine "Probefahrt" nach Paris, wo ich eine Tasse Kaffee unter dem Eifelturm trinken wollte. Ich habe dem Mann gleich von meinem großen Südpol-Plan erzählt und ich glaube er hat in sich hereingelächelt weil er es für einen guten Witz hielt. Er gab mir dann einen Traktor von dem er wusste dass er einen Trip wie diesen schaffen könnte. Das wurde mir auf der Reise übrigens von vielen Bauern und Landmaschinenhändlern bestätigt. Jeder weiß und sagte mir dass so ein Deutscher Traktor der alten Schule niemals kaputt gehen würde. Allerdings hat mir auch niemand verraten dass ich mit dem langsamsten Traktor der Welt reisen würde - aber kaputt ist er mir in der Tat noch nie gegangen. Sonst weiß ich nicht viel über seine Geschichte. Bevor ich ihn bekam wurde er nur noch als Zufahrzeug für den jährlichen Karnevalsumzug gebraucht. Im Tank waren Getränkedosen und der Traktor war als riesige Ente dekoriert. Später fand ich dann heraus dass mein Traktor von einem Typ ist der nur 1976 gebaut wurde und später verändert wurde. In Belgien haben sie mir erzählt dass ich quadratische Zylinderköpfe habe!"


Die Genüsse der Zivilisation (ein Café mit Internetanschluss zum Beispiel) gibt's nur selten auf dem Trip durch Afrika.


Giraffenfütterung während der Fahrt.
Links


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Montag, 12. Februar 2007

"Schlepper weltweit" auf Top Blog Liste

Kaum zu glauben: Nur wenige Wochen nach unserer Gründung gehört das "Schlepper weltweit" Blog bereits zu den meistgelesenen Online-Tagebüchern zum Thema "Automobil" (worunter historische Landmaschinen fallen). Und das nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Laut den Messungen von www.blogtopsites.com war "Schlepper weltweit" am Wochenende in der Kategorie Automobil das meistgelesene deutschsprachige Blog und die Nummer 25 weltweit.

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Samstag, 10. Februar 2007

Video: Traktorballett auf Amerikanisch

Wenn das nicht genau die richtige Unterhaltung für's Wochenende ist: Trecker beim Square Dance zur Musik vom "Zauberer von Oz" - aufgenommen auf einem Fest irgendwo in den USA. Zu sehen sind John Deere, Case, McCormick und andere Marken.



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Hinweis: Funktioniert wie oben, aber durchsucht nicht den Bereich "Sammeln" sondern den Bereich "Traktoren & Schlepper". Hier gibt's also die richtigen Oldtimer.

Donnerstag, 8. Februar 2007

Eicher-Teile für Palästina


In Beit Omar in Palästina, 16 km von Hebron entfernt, sind immer noch zahlreiche Eicher Traktoren im Einsatz. Da die Ersatzteilbeschaffung dort zu einem immer größeren Problem wird haben die Eicherfreunde Schwarzwald eine tolle Hilfsaktion gestartet: Durch den Kontakt zu Allain Kauft und Günter Schenk aus Frankreich konnten die Eicherfreunde einer Familie, die ihren Eicher vom Typ 3712 im täglichen Einsatz hat, helfen den Schlepper wieder in Ordnung zu bringen.


Einen ausführlichen Bericht über den abenteuerlichen Weg der Ersatzteile gibt's Anfang März an dieser Stelle (Erinnerung per E-Mail Newsletter anfordern).


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Über die Eicherfreunde Schwarzwald:

Der Verein zählt knapp 650 Mitglieder in deren Besitz knapp 1500 Eicher Traktoren sind. 24 ehemalige und noch aktive Eicher Händler sind ebenfalls Mitglied (z.B. die Eicher Vertriebs GmbH). Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten steht die Unterstützung der Schlepperbesitzer bei der Restaurierung ihrer Eicher Schlepper. Dabei helfen ein reichhaltiges Archiv und die guten Händlerkontakte. Der Verein hat auch eine sehr gelungene Homepage im Internet:


Hier gibt's ganz nette Blechschilder von Eicher und anderen Marken:

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Dienstag, 6. Februar 2007

Musikvideo: My tractor's sexy

Country-Sänger Kenny Chesney hatte mit "She Thinks My Tractor's Sexy" einen Riesen-Hit in den USA. Nettes Video.

Zum Abspielen einfach auf den großen Pfeil drücken.

An dieser Stelle werden wir in Zukunft in loser Reihenfolge sehenswerte Traktor-Videos einfügen. Wer nichts verpassen will, registriert sich für unseren E-Mail Newsletter oder RSS/Atom-Feed.

Wem das Lied gefällt, der kann es bei Amazon.de seine CDs bestellen.

Samstag, 3. Februar 2007

Seltener Bausatz: Für den Thieman-Traktor musste man sein Auto ausschlachten

Traktoren sahen nicht immer so aus wie heute – bevor sich auf die jetzige Form (vier Räder, zwei davon groß) und Zweck (spezialisiert auf Hof- und Feldarbeit, indem Zubehör hinterhergezogen wird) herauskristallisiert hatte, hab es eine Menge Experimente. Viele davon hatten ein Ziel: Kosten sparen. Traktoren-Bausätze waren dabei nicht unüblich. In den USA lief es meistens lief es darauf hinaus, die beliebten Ford-Automodelle T und A mit größeren Hinterrädern, modifizierter Heizung und dergleichen auszustatten.


Für diesen Traktor wurde ein Ford Model A geschlachtet: Im Bild der Motor, der Kennern sofort ins Auge fällt. Außerdem verbaut: Getriebe, Hinterwagen, etc.

Der Thieman-Traktor, den wir in Minnesota für die Zeitschrift AgroClassic (ab 3. März im Bahnhofsbuchhandel erhältlich) aufstöberten, ging das Problem von der entgegengesetzten Seite an: Thieman lieferte das Chassis – der Bauer musste nur Motor und dergleichen auftreiben. Gebaut wurde das Modell von 1936 bis 1942.

Der Thieman auf den Fotos gehört Bill Thelemann (Ähnlichkeiten im Namen sind rein zufällig). Der lebt in Le Sueur im US-Bundesstaat Minnesota und hat das Prachstück gemeinsam mit seinem Vater restauriert.


Der seltene Traktor-Bausatz ist auf jedem Schleppertreffen ein einzigartiger Blickfang.

„Irgendjemand muss ihn irgendwo aus dem Wald rausgezogen haben”, sagt Bill Thelemann: „Alle Teile wie der Rahmen und die Räder waren stark abgenutzt. Der Rahmen und der Motor waren da, aber es gab nur eine Motoraufhängung. Also musste ich alle anderen Aufhängungen und viele weitere Teile selbst bauen.“

Pflegeleichter Klassiker

Jetzt da der Thieman restauriert ist, halten sich Wartung und Reparaturen in Grenzen. Zwar rostet der Verteiler gern weil er oben ungeschützt den Elementen ausgesetzt ist. Aber sonst, freut sich Bill, „läuft er rund und ein einen sehr ausgewogenen Motor. Alles ziemlich problemlos – ein schönes Gerät für Paraden und Ausstellungen.”


Als erschwinglichen Allzweck-Traktor preist dieser Prospekt den Thieman an - während der Weltwirtschaftskrise ein zugkräftiges Argument.

Einzigartiges Fahrgefühl

Den Thieman zu fahren ist für Bill jedes Mal ein kleines Abenteuer: „Man fühlt sich nie so richtig sicher. Sie waren irgendwie gefährlich, neigten – vermutlich wegen der leichten Front - dazu rückwärts überzukippen. Wie das zugrunde liegende Auto hat der Thieman drei Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang, aber mit nur einem Vorderrad ist alles sehr wackelig. „Ich würde ihn nicht als Arbeitstraktor einsetzen wollen”, winkt Bill ab: “Aber damals ging es halt darum dass man sein Auto billig in einen Traktor umbauen konnte.”

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Mehr Infos:
  • Ausführlicher Artikel mit Fotos ab 3. März in der Zeitschrift AgroClassic - erhältlich im Bahnhofsbuchhandel
  • Mehr Fotos und Prospekte ebenfalls Anfang März an dieser Stelle. Am besten unseren E-Mail-Newsletter abonnieren um nichts zu verpassen.


Vielen Dank an:

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Text: Öffentlich gemäß GFDL. Fotos (c) Bill Vossler