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Freitag, 27. Juli 2007

Der Tanz der Traktoren

Der Anblick ist spektakulär: Wenn die acht Oldtimer-Traktoren der Delaware County Tractor Square Dancers irgendwo in Ohio auf ein Feld bei einem Volksfest oder einer Oldtimer-Ausstellung tuckern, gibt's immer viele Ahs und Ohs im Publikum. Vier Frauen und vier Männer auf 50er Jahre Farmalls und John Deeres, die Traktoren geschlechtergerecht dekoriert mit Hosen und Röcken. Dann setzt die Musik ein: Stampfende Rhythmen amerikanischer Volksmusik. Die Traktoren setzten sich in Bewegung, und während der sogenannte "Caller" die Formationen vorgibt, zirkeln die Piloten ihre alten Schlepper im Formationstanz über's Feld. Hinterräder drehen sich im Milimeterabstand voneinander, sodass einem schon vom Zuschauen ganz schwindelig wird.

Angefangen hat alles 1993 als Ed Moore aus Delaware County im US-Bundesstaat Ohio hörte dass es anderswo doch tatsächlich Leute gibt, die mit ihren alten Schleppern tanzen. Da er selbst schon immer viel Spaß am amerikanischen Volkstanz, dem Squaredance, hatte stand schnell fest: Das probieren wir auch. Also trommelte Ed sieben Freunde aus der Umgebung und ihre Trecker zusammen.

Seitdem sind die Traktor-Tänzer äußerst gefragt. Bis zu drei 40minütige Auftritte pro Tag legen die 4 Frauen und 4 Männer auf ihren John Deeres und Farmalls hin. Und während vor dem ersten Auftritt der Schweiß von sechs Proben stand, üben die Square Dancers heute nach fast 15 Jahren kaum noch. Wenn sie einen neuen Tanz ausprobieren oder die Erinnerung an einen alten Tanz auffrischen möchten, gehen sie vor dem Auftritt nur gedanklich durch die nötigen Schritte. Dann steigen sie einfach auf die Trecker, legen den vierten Gang ein und legen los.


Link:

www.tractorsquaredance.com

Dienstag, 17. Juli 2007

Der letzte Neusser IHC - eine Huldigung per Video

Am 27. Juni 1997 lief in Neuss der letzte dort produzierte IHC-Schlepper vom Band - ein MAXXTRAC 5150 der heute im Landwirtschaftsmuseum Sinsteden zu finden ist. Zu seinen Ehren und zu Ehren aller IHC-Schlepper hat ein kreativer YouTube Nutzer ein Video ins Netz gestellt. Tolle Fotos von tollen Schleppern.



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Donnerstag, 12. Juli 2007

In 300 Tagen um die Welt - mit dem Traktor

19 Länder - 5 Kontinente - 24 Zeitzonen. Eine Fahrstrecke zwischen 15.000 und 30.000 km. 300 Tage Zeit. Das Gefährt: Ein Traktor. Die Unterkunft: Ein Wohncontainer mit dem Spitznamen "Wellnessoase". Seit Januar ist der westfälische Landmaschinenmechaniker Matthias Lause mit einem Claas Ares 697 ATZ auf "Tractor World Tour" unterwegs. Im November will er - rechtzeitig zur Landtechnik-Messe Agritechnica - wieder zuhause sein. Hier stellen wir das Projekt vor und werden in Zukunft über den Fortschritt berichten.

Der Fahrer

Matthias Lause, 25 Jahre alt, wuchs auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Bad Driburg-Alhausen auf und absolvierte eine Lehre zum Landmaschinenmechaniker. Schon mit 16 Jahren hatte der technikbegeisterte Matthias Lause seinen Führerschein für Traktoren gemacht. Im Sommer 2004 sah er einen Fernsehbericht über eine Traktorreise von Deutschland nach Sizilien (wir haben über die Reise von Palermo-Hermann schon berichtet). Das brachte ihn auf die Idee, auf die gleiche Weise einmal um die ganze Welt zu fahren. Auf der Suche nach Sponsoren wandte er sich an CLAAS. Hier interessierte man sich für das außergewöhnliche Projekt und beschloss die Aktion mit einigen Lieferpartnern gemeinsam zu sponsern, falls die Weltumrundung mit einer Spendenaktion verbunden würde.

Der Traktor

Der Claas ARES 697 ATZ, 1,5 Jahre alt, höchster Komfort, „Tractor of the year 2006". Mit seinen 150 PS ist er ganz gut geeignet, den „Wohnanhänger" seines Fahrers durch die Welt zu ziehen. Außerdem verfügt er - sagt Claas - über den höchsten Komfort seiner Klasse, was auf so einer langen Reise ganz gelegen kommt.



Die Tour

Sie begann am 18. Januar 2007 bei CLAAS im ostwestfälischen Harsewinkel und führt über fünf Kontinente und durch 24 Zeitzonen. Matthias Lause wird mit seinem Traktor voraussichtlich 17 Länder bereisen: Deutschland, Italien, Marokko, Spanien, Frankreich, Belgien, USA, Kanada, Mexico, Australien, Singapur, Malaysia, Südafrika, Lesotho, Russland, Ukraine und Polen. Die Reise endet nach ca. 25.000 gefahrenen Kilometern in Hannover auf der Landtechnik-Messe Agritechnica.

Im Moment befindet sich der traktor auf dem Schiff von Europa nach Mexiko. Der Fahrer ist mit dem Flugzeug vorausgeflogen und schaut sich schonmal das Land an.

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Spendenaktion

Die Tractor-World-Tour arbeitet mit der internationalen Hilfsorganisation CARE zusammen. Die Spender verpflichten sich, einen frei zu bestimmenden Betrag (mindestens 1 Cent) pro gefahrenen Kilometer an CARE zu überweisen. Bis dato sind knapp 4000€ zusammengekommen. Mit den Spendengeldern hilft CARE Kindern und Jugendlichen in Lesotho, die ohne Eltern aufwachsen, die die Pflege ihrer an AIDS erkrankten Eltern übernehmen oder für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen müssen. Unter dem Motto „ein Garten fürs Leben" legt CARE Schulgärten mit diesen Kinder und Jugendlichen an, um ihre Ernährungssituation zu verbessern, ihnen das Wissen über den Anbau von Nahrungsmitteln und die Ernte zu vermitteln und um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Schule zu besuchen.

Mehr Infos:

Werbung: Traktor-Produkte im Versandhandel
Hinweis: Wir experimentieren derzeit mit dieser Werbeform. Sie durchsucht automatisch die Online-Shops von diversen Versandhäusern (z.B. Schwab, Quelle, etc.) nach Produkten mit Traktor-Bezug. Ein Klick führt dann zur Internet-Seite des jeweiligen Versandhauses.

Sonntag, 8. Juli 2007

Eicher-Teile für Palästina: Abenteuerliche Hilfsaktion der Eicherfreunde Schwarzwald

Es gibt Regionen auf dieser Welt, da werden Oldtimer-Schlepper nicht nur für Schleppertreffen oder leichte Arbeiten herausgeholt – dort sind sie überlebenswichtig für ganze Familien und Dörfer. Zum Beispiel für Fathi uns seine Familie im Dörfchen Beit Omar in Palästina. Dort ist ein Eicher vom Typ 3712 von 1977 im täglichen Einsatz. Dramatischer Ölverlust (2 Liter pro Tag) und chronischer Mangel an Ersatzteilen bedrohten den Lebensunterhalt der Familie. Bis die Eicherfreunde Schwarzwald eine tolle Hilfsaktion starteten.

Das Dorf Beit Ommar ist ein reines Bauerndorf, berühmt für seinen Anbau von Früchten, Äpfeln, Birnen, Trauben. Es hat 16.000 Einwohner und liegt 20 km von Jerusalem und 12 km von Hebron entfernt im südlichen Westjordanland.

Fathi verlor wegen Finanzschwierigkeiten seine Arbeit bei einem Verein. Um seine Familie zu ernähren bleibt ihm nur noch seine bescheidene Landwirtschaft: 20 ar für Gurkenanbau, 30 ar für Obsttbäume, 35 für Tomaten und 40 für Trauben. Er hat 5 Söhne und 5 Töchter von denen 3 noch zuhause leben. Der Verkaufspreis für die Früchte ist seit dem Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2002 abgestürzt. Vor 5 Jahren verkaufte ein Erzeuger seine Pflaumen für umgerechnet einen knappen Euro pro Kilo, jetzt sind es nicht einmal 15 Cent.


Hilfe von den Eicherfreunden Schwarzwald

Fathis Eicher vom Typ 3712 A, Baujahr 1977, ist in schlechtem Zustand. Geld zur Wartung hat er kaum. Ersatzteile sind teuer und schwer zu bekommen. Bei einem Besuch beginnt Alain, ein Freund aus Frankreich, sich auf die Suche nach Ersatzteilen und Geld zu machen. Gar nicht so einfach. Zurück in Europa verkauft er selbstgebackenes Weihnachsgebäck auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt und restauriert alte Möbel um die Hilfsaktion zu finanzieren.

Als er sich nach einigen vergeblichen Versuchen im Internet auf die Suche nach Informationen zur Marke „Eicher“ macht, findet er den Verein „Eicherfeunde Schwarzwald“. Dort erklären sich Albert Pfaff und Norbert Fechtig spontan bereit zu helfen. In nur zwei Monaten sind alle Ersatzteile beisammen und können in Neustadt am Schluchsee abgeholt werden – uns das natürlich ob der guten Sache zum Freundschaftspreis. Weit über alle Erwartungen gibt es nun ein fast neues Oberteil des Motors, Zylinder, Zylinderköpfe, Dichtungen...

Das war jedoch nur der Anfang eines großen Abenteuers …

Denn am Flughafen Tel Aviv wird jeder einzelne Tourist einer unendlichen Befragung unterworfen. Wohin fahren Sie? Zu wem? Warum? Unmöglich zu gestehen, man wolle nach Palästina. Unmöglich also, sich dort mit 50 kg Motorersatzteilen für einen Schlepper zu präsentieren. Die Helfer beschließen also den versand per Luftfracht. Es findet sich sogar in letzter Minute ein Israeli der seine Adresse als Empfänger zur Verfügung stellt. Der kneift dann aber als es dann um die Verzollung geht. Alain hat nun keine andere Wahl, selbst nach Tel Aviv zu fahren um die Teile in Empfang zu nehmen. Er findet einen arabisch-israelischen Taxifahrer, der bereit ist, ihn für 450 Schekel (90€) von Jerusalem nach Tel Aviv zu fahren und dann vom Flughafen zum Dorf Beit Ommar. Es ist nur der Beginn eines total irrealen Abenteuers. Kafka hätte es nicht besser beschreiben können.

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Frachtbüros an Flughäfen sind niemals freundlich – auch nicht in Tel Aviv. Die Formalitäten beginnen mit einer Registrierung bei einer Gesellschaft, die sich um die Anlieferung kümmert.

„Das Paket ist eingetroffen. Macht 24€ (zusätzlich zu den 400 in Frankreich entrichteten Euro)"

„Füllen Sie dieses Formular aus, es kostet 18 €, wenn Sie das nicht auf Hebräisch können, fragen Sie im Büro gegenüber“.

„Ich kann es für Sie vervollständigen, aber das kostet Sie 30 €“ (aus denen, im Augenblick der Unterschrift 50 € werden)

„Folgen Sie mir ins Zollbüro....
"

Sind Sie sicher, dass es sich um Schlepper-, und nicht um Autoteile handelt?
Beweisen Sie mir das, die Zollgebühren sind nicht die Gleichen. Sie müssen 249€ Zollgebühren bezahlen."

"Nehmen Sie Platz, Ihr Paket wird geholt und in Ihrer Anwesenheit geöffnet...“
Nach zwei Stunden Wartezeit wird das Paket bei Anwesenheit von vier Zöllnern geöffnet. Jedes Teil, bis zur kleinsten Dichtung, wird ausgepackt und seine Anwendung muss bewiesen werden. Zum Glück haben die Eicher-Freunde Sorgfalt walten lassen und eine genaue Liste der Teile sowie ein Handbuch beigelegt. Nach 20 Minuten wird der Karton wieder verschlossen und der Verantwortliche schickt ein geheimnisvolles „Good Luck“ zu Alain hinüber.


Es dauert eine ganze Woche das Paket aus den Klauen des Flughafens zu befreien und ins Dorf zu verfrachten. Die Freude bei Fathi und der ganzen Familie ist riesengroß. Der Mechaniker wird noch am selben Tag eingeladen um die Teile in Augenschein zu nehmen. Aber vorerst packt er sie sorgfältig wieder ein. Er will sie erst gegen Ende der Erntezeit montieren. Niemand will es riskieren zur Hochsaison am Schlepper umzuschrauben.

Eicher-Hochburg im Westjordanland

Alain ist wieder einmal betroffen von der Passion für Eicher Schlepper. Ein alter Mann behauptet sogar, im Dorf gebe es mehr als im ganzen übrigen Westjordanland. Der erste Traktor war ein Zetor im Jahr 1967. Er gehörte dem Dorfoberhaupt. Eicher Traktoren sind beliebt wegen ihrer Robustheit, der leichten Handhabung und der schmalen Spur. Die Tatsache dass Ersatzteile schwer zu finden und extrem teuer sind zwingt die Besitzer bei aller Zufriedenheit aber oft zum Verkauf. Neue Marken wie SAME und FIAT gewinnen aus wirtschaftlichen Gründen die Oberhand.

Über die Eicherfreunde Schwarzwald:

Der Verein zählt knapp 650 Mitglieder in deren Besitz knapp 1500 Eicher Traktoren sind. 24 ehemalige und noch aktive Eicher Händler sind ebenfalls Mitglied (z.B. die Eicher Vertriebs GmbH). Im Vordergrund der Vereinsaktivitäten steht die Unterstützung der Schlepperbesitzer bei der Restaurierung ihrer Eicher Schlepper. Dabei helfen ein reichhaltiges Archiv und die guten Händlerkontakte. Der Verein hat auch eine sehr gelungene Homepage im Internet:

Hier gibt's ganz nette Blechschilder von Eicher und anderen Marken:

NostalgicSigns - 1001 Blechschilder



Samstag, 7. Juli 2007

Neues aus Afrika: Malaria bremst Traktor-Abenteuer

Manon Ossevoort, die niederländische Traktor-Abenteurerin die sich mit ihrem 30 Jahre alten Deutz gerade auf dem Weg zum Südpol befindet (wir haben hier ausführlich berichtet), wird gerade von Malaria ausgebremst. Sowohl Manon als auch Hund Kosovo leiden an hohem Fieber und lassen es in einem Resort am Strand von Südkenia ruhig angehen.

Manon schreibt:

Meine Reise bekommt ihre ganz eigene Dynamik. Ich wusste immer, dass es lange dauern würde und ich habe im Zeitplan für Unvorhergesehenes Platz gelassen. Jetzt erkenne ich was das wirklich bedeutet ... Dieser Trip wird ganz neue Aspekte bekommen. Es ist nicht nur eine Hatz zur Ziellinie. Ich werde nicht nur den afrikanischen Straßen folgen, sondern dem Pfad zur afrikanischen Seele und ihren Geschichten.

Das braucht Zeit. Regel Nummer eins beim Eintauchen in das afrikanische Leben ist: Pole pole (Gemach, Gemach). Nummer zwei: Hakuna matata (keine Bange). Natürlich bange ich. Auch als Pilotin des langsamsten Traktors bin ich doch Europäerin. Immer auf Achse, immer schneller, auf Leistung getrimmt. Der Traktor und die Afrikaner lehren mich eine Lektion: 'Keine Bange. Du musst dich nicht beeilen wenn Du irgendwo hin willst. Du musst nur durchhalten.' (*seufz*)


Am Strand von Südkenia erholen sich Manon und Hund Kosovo von hohem Fieber.